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Geburtsbericht

Astrids zweites Kind (Herbst 2003)

Zwei Monate vor Geburt meines zweiten Sohnes zog ich in eine neue Stadt. Ich suchte mir eine Hebamme, die auch Akupunktur anbot. Ich hatte mir im Vorfeld ein Krankenhaus für die Entbindung gesucht und stellte mich in der Schwangerenberatung vor. Anfangs ging ich regelmäßig zum CTG (zweimal pro Woche). Die CTGs fielen immer schlecht aus, waren »eingeengt« usw. Frühzeitig wurde ich, als »Zustand nach Sectio«-Patientin, dem Chefarzt vorgestellt und über eine Sectio (Kaiserschnitt), bereits im Vorfeld, auch von einem Anästhesisten, aufgeklärt – über 1,5 Stunden lang! Ich erfuhr auch, dass ich bei einer Sectio eine dreifache Antibiotikaprophylaxe erhalten würde, was ich ablehnte. Meinen ersten Sohn hatte ich in Vollnarkose mittels Sectio auf die Welt gebracht: Ich hatte damals einen frühzeitigen Blasensprung zwei Tage vor dem errechneten Termin und grünes Fruchtwasser und dazu keine Wehen gehabt. Nach Gabe eines intravenösen Wehenmittels wurde das CTG so schlecht, dass eine Sectio durchgeführt werden musste. Obwohl ich unbedingt eine Spinalanästhesie (d.h. eine Rückenmarksnahe Betäubung, bei der man nur örtlich, ab Rippenbogen abwärts, keinen Schmerz mehr spürt) wollte, wurde es eine Vollnarkose, weil nach sechs Versuchen die Spinalanästhesie nicht »saß«. Ich empfand die Situation im OP als sehr steril und erniedrigend. Obwohl ich meinen Sohn recht bald in den Armen halten konnte, hatte ich das Gefühl, das Wichtigste verpasst zu haben. Ich brauchte recht lange, um mich von der Sectio zu erholen und ließ mir von allen Zimmernachbarinnen, die nach Spontangeburten sofort aufstanden und herumlaufen konnten, ihre Geburtsverläufe erzählen.

Dieses Mal wollte ich auf keinen Fall wieder eine Sectio haben. In der Schwangerenberatung wurde mittels Ultraschall festgestellt, dass das Kind unter 3 Kg wiegt, und ich musste einen Monat vor der Entbindung bis zu sechs Mal pro Woche zum CTG – morgens und abends! Die parallel bei meiner Hebamme durchgeführten CTGs waren in Ordnung, was auch von den Klinikern bei Vorlage der CTG – Kopien bestätigt wurde. Zwei Tage nach dem errechneten Termin wurde ich erneut in die Klinik bestellt zur Wiedervorstellung beim Chefarzt. Mir war klar, dass die Geburt eingeleitet werden würde. Ich beschloss, nicht mehr hinzugehen, wartete ab, ging täglich zur CTG-Kontrolle zur Hebamme und wurde von ihr eine Woche nach dem errechneten Termin nach 30 Minuten Aufenthalt in ihrer Praxis von einem gesunden, 3630g schweren Kind entbunden.