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1995 begann meine Laufbahn als Praktikantin im Kreißsaal der Universitätsklinik RWTH Aachen. Diese sehr klinische Erfahrung bestimmte meinen ersten Eindruck von Geburt.

1996 bekam ich mit Anfang meiner Ausbildung zur Hebamme in Ahlen bzw. Münster/Westfalen die Gelegenheit, von verschiedenen (ausschließlich klinischen) Geburtshelfern zu lernen.

Im theoretischen Unterricht brachte man uns die Hebammensicht näher, in der Praxis (bzw. Klinik, denn außerklinische Geburtshilfe war und ist immer noch kaum vorgesehen in der Hebammenausbildung) nahm diese einen untergeordneten Platz ein. Häufig widersprachen sich diese Sichtweisen ein und desselben Themas: Geburt. Für mich war es in diesem Spagat schon als Schülerin schwierig zu wissen, was ich zu denken, zu tun und zu lassen hatte.

So begab ich mich 1999 mit dem Examen in der Tasche auf die Suche. Zunächst hospitierte ich bei niederländischen und bei deutschen Hausgeburtshebammen. Einem so selbständigen Weg abseits des geburtsmedizinischen »Mainstreams«, wie diese Kolleginnen ihn beschritten, fühlte ich mich jedoch damals nicht gewachsen.

Also trat ich zunächst im Herbst 1999 eine Stelle an im DRK Westend, einer großen Berliner Klinik mit zweitausend Geburten im Jahr. Da man sich dort eine möglichst natürliche Herangehensweise an Geburt auf die Flagge schrieb, konnte ich dort, trotz meines »kritischen Geistes«, viele Geburten begleiten und daraus lernen.

Mit der Zeit kamen mein Idealismus und mein kritischer Wissensdurst jedoch zunehmend in Konflikt mit dem »Funktionieren müssen« in der komplexen, ärztlich geleiteten Institution Klinik.

Meine Suche nach einer für mich stimmigeren Berufsausübung führte mich dann 2001 in die Niederlande. Mir war bekannt, dass Schwangeren- und Geburtsbegleitung dort ganz anders geregelt sind als in Deutschland und allen anderen Industrienationen, und den Einstieg erleichterte der dortige Hebammenverband KNOV mit einem staatlich finanzierten Weiterbildungs- und Einarbeitungskurs. Dieser Kurs bot mir die Möglichkeit, Gleichgesinnte kennen zu lernen, meinen Wissensdurst zu stillen und in Diskussionen festzustellen, dass ich bei weitem keine extremen oder unrealistischen Ansichten vertrat!

Nach acht Monaten Schule und Praktika in verschiedenen Hebammenpraxen war ich fit für den holländischen Hebammen-Alltag: Schwangerenvorsorge von A bis Z, Geburtshilfe (hauptsächlich zuhause) und Wochenbettbetreuung.

In diesem Alltag hatte ich endlich gefunden, was ich mir von meinem Beruf erhofft hatte: Ich konnte gesunde Schwangere in einem gesundem Prozess auf eine in meinen Augen gesunde Art und Weise begleiten.

Von den holländischen Frauen und Hebammen und ihrem Selbstverständnis in Sachen Kinderkriegen lernte ich den entspannten Umgang mit diesen so altbewährten Vorgängen. Ich habe die wirklich »naturbelassene« Geburt und ihre Grenzen kennen gelernt und so auch meinen Aufgabenbereich und dessen Grenzen. Dadurch konnte ich als Hebamme (und was vielleicht noch essentieller ist: auch als Frau) ein neues Selbstbewusstsein entwickeln.

Nach weiteren eineinhalb Jahren selbständiger Arbeit mit vielen Schwangeren, Gebärenden und Müttern, immer begleitet vom intensivem Austausch mit Kolleginnen, fühlte ich mich zum ersten Mal beruflich »zu Hause«.

Meine persönliche und mittlerweile »familiär« gewordene Situation brachte mich im Herbst 2003 zurück nach Deutschland und diesmal nach Dresden, wo ich erst einmal selbst Mutter werden sollte.
Mein neu erworbenes Selbstbewusstsein wurde durch die Geburt unseres Kindes (»auf holländisch«...) bestärkt und meine gewonnenen Ansichten zum Thema Mutterwerden untermauert .

Im Herbst 2004 habe ich den Hebammenfaden hier in Deutschland langsam wieder aufgenommen. Dieses nun wieder »neue Terrain« erschließe ich mir u.a. mit Hilfe der Hebammen, die ich dank meiner eigenen Schwangerschaft kennen gelernt habe.

Im Februar 2005 haben wir mitten in der Dresdner Neustadt zusammen das »HebammenHaus« gegründet, das – wegen der großen Nachfrage nach einem Geburtshaus – auch einen Geburtsraum beinhaltet.

In diesem Sinne auf Wiedersehen, und vorerst danke für Ihr Interesse,

Steffi Möller